Julia OVRUTSCHSKI

Die Arbeit von Julia Ovrutschski zeichnet sich durch ein eigenwilliges Verständnis für Raum und Landschaft aus. In satten, oft künstlich anmutenden Faben konstruiert sie Räume und Natur, die gleichzeitig vertraut und phantastisch wirken. Kaum hat man einen Pfad, einen Weg oder eine Öffnung gefunden, wird dem Betrachter ein Streich gespielt, wird der Raum versperrt, gebrochen oder gebogen. Bunte Blöcke und Wände schieben sich in offene Landschaften, Häuser bleiben fensterlose Kuben und malerische Gesten brauen sich zu einem bedrohlichen Himmel zusammen. Die anfäglich fröhlich und hoffnungsvoll anmutenden Farben erweisen sich rasch als Täuschung: Sie bilden konfliktreiche Kontraste und tauchen die hier dargestellte Welt in ein artifizielles, übersättigtes Licht. In dieser Welt ist nichts wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, ähnlich einem Traum, in dem die vertraute Welt plötzlich ins Wanken gerät.

Die Natur wird hier nur sporadisch vom Menschen berührt, Architektur ist schemenhaft zu erkennen. Figuren sind isoliert und auf sich allein gestellt. Julia Ovrutschski geht es viel mehr um die uns umgebende Umwelt und die daran gekoppelte Frage nach dem Innen und dem Außen. Diese Grenze wird hier bewusst vermischt, die Membran zwischen dem Menschen und seiner Umwelt ist durchlässig geworden, sodass nicht mehr klar ist, was als Subjekt und was als Objekt gelten kann. Dies wird auch in der Malweise Ovrutschskis deutlich, die sich konsequent zwischen Abstraktion und mimetischer Abbildung bewegt.

Anna Neroslavsky

Julia Ovrutschski